Apotheken Dienstbereitschaft

12.11.2018

Michaelis-Apotheke Kundl

Dr. Bachmannstrasse 27 
A-6250 KUNDL

Tel.: +43 5338 8700
Fax: +43 5338 8700-20 

pharma@michaelis-apotheke.at


13.11.2018

Stadtapotheke Wörgl

Bahnhofsstraße 32
A-6300 WÖRGL

Tel.: +43 5332 72341

stadtapotheke@stawa.at


Homöopathie

Geschichte:

Die Homöopathie wurde im 18. Jahrhundert von Samuel Hahnemann „entdeckt“. Hahnemann war mit den medizinischen Resultaten seiner Zeit nicht zufrieden und beschloss selbst nach einer einfachen, aber wirksamen Heilungsmethode zu suchen. Wie bereits seine Vorgänger Paracelsus und Hippokrates war auch Samuel Hahnemann bewusst, dass der menschliche Körper durchaus in der Lage war sich selbst zu heilen – aber kranke Menschen (bzw. kranke Körper) brauchen bei der „Selbstheilung“ Hilfe. Und diese Hilfe erhält er durch einfache und natürliche Dinge wie zum Beispiel Johanniskraut (das zur Behandlung von Depressionen eingesetzt wird), Tollkirsche (sehr wirksam gegen Fieber und Kopfschmerzen) oder Brechwurzel (die gegen starken Husten verbunden mit Übelkeit hilft). Hahnemann entdeckte also die verschiedenen Heilkräfte vieler Pflanzen, aber eine Frage beschäftigte ihn: Was passierte, wenn man ein solches natürliches Heilmittel einnahm, obwohl man völlig gesund war? Die Antwort entdeckte er bei einem Selbstversuch mit Chinarinde – ein verlässliches Heilmittel gegen Malaria. Hahnemann begann, obwohl er sich bester Gesundheit erfreute, regelmäßig eine Chinarinden-Abkochung zu trinken. Nach einiger Zeit bemerkte er, dass er ähnliche Symptome aufwies, wie auch ein malariakranker Mensch – und das obwohl er das Heilmittel regelmäßig einnahm. Und so machte Samuel Hahnemann eine weitere medizinische Entdeckung: das „similia similibus curentur“ – das Ähnlichkeitsprinzip. Dieses Prinzip besagt, dass eine Substanz bei einem gesunden Menschen Krankheitssymptome hervorrufen, einen kranken Menschen, der die gleichen oder ähnliche Symptome aufweist, aber heilen kann. Hahnemann begann nun, gemeinsam mit anderen gesunden Testpersonen, sogenannte „Arzneimittelprüfungen“ durchzuführen. Bei diesen Prüfungen nahm eine gesunde Testperson regelmäßig eine pflanzliche, homöopathische Substanz ein und dokumentierte genau wie sein Körper darauf reagierte bzw. welche Krankheitssymptome er aufwies. Zusammengefasst ergaben all diese Symptome das sogenannte „Arzneimittelbild“. Hahnemanns Homöopathie war, trotz anfänglicher Skepsis, sehr beliebt. Schließlich war es einfach, natürlich und sehr effektiv. Er behandelte zum Beispiel während der europäischen Typhusepidemie 1813, 183 Kranke von denen nur einer starb – eine Sterblichkeitsrate von 0,5%. Bei der konventionellen Behandlung aber lag die Sterberate bei 50%!
 

Die Grundprinzipien der Homöopathie:

Die klassische Homöopathie basiert auf drei Grundregeln.

1. DAS ÄHNLICHKEITS- oder SIMILE- PRINZIP:

Eine Substanz, die bestimmte Krankheitssymptome an einem gesunden Menschen hervorruft, kann zur Behandlung bei einem Kranken verwendet werden, der ähnliche oder gleiche Symptome aufweist. Je ähnlicher das Krankheitsbild den Symptomen ist, die das Arzneimittel hervorruft, desto größer ist der Heilerfolg!   

2. DIE POTENZIERUNG:

Um auch höchst giftige Substanzen ohne Gefahr verwenden zu können, verwendet man eine spezielle Form der Verdünnung, das sogenannte Potenzieren, das heißt, sie werden wiederholt (meist im Verhältnis 1:10 oder 1:100) mit Wasser oder Ethanol verschüttelt oder mit Milchzucker verrieben. Dadurch wird die Heilwirkung einer Substanz verstärkt und Nebenwirkungen vermieden.

3. DAS INDIVIDUELLE BEHANDLUNGSKONZEPT:

Die Homöopathie behandelt nicht nur die Krankheit, sondern den einzelnen Menschen individuell nach seiner eigenen Symptomatik. Für jede Krankheit gibt es unterschiedliche Mittel, da die Symptome nicht bei allen Menschen gleich sind.

 

Dosierung:

Die Dosierung kann z.B. nach folgendem Schema vorgenommen werden:

  • Sind die Beschwerden sehr akut, z.B. bei hohem Fieber, starken Schmerzen, hohem Leidensdruck, ist es ratsam, die passende Substanz zunächst stündlich einzunehmen (bis zu 10 Stunden).
  • Am zweiten Tag genügt, je nach Gesundheitszustand, die 2 – 4 mal tägliche Einnahme.
  • Sind die Symptome bereits zu Beginn weniger stark ausgeprägt, reicht schon zu diesem Zeitpunkt eine 2 - 4 malige Behandlung am Tag.

Entscheidend für die Behandlung ist die Wahl des passenden Wirkstoffes. Hat man das richtige Mittel gewählt, so spielt die Einnahmehäufigkeit und die Potenz in der Regel eine untergeordnete Rolle.

Die einzelne Gabe eines homöopathischen Mittels besteht aus:
Für Erwachsene und Jugendliche:   5-10 Globuli, 5-10 Tropfen oder 1 Tablette
Für Babys und Kinder unter 6 Jahren:  3 Globuli, 3 Tropfen oder  1/2 Tablette   


Die richtige Einnahme:

  • Im Mund behalten: Homöopathische Mittel wirken am besten über die Mundschleimhaut. Behalten Sie die Tropfen, Globuli, Tabletten deshalb möglichst lange im Mund.
  • Abstand zu den Mahlzeiten: 15 Minuten vor und nach der Einnahme sollten Sie nicht essen, trinken oder rauchen und auch nicht die Zähne putzen.
  • Störungen vermeiden: Verzichten Sie während der Therapie auf Kaffee, scharfe Gewürze, menthol- und kampferhaltige Genussmittel; evtl. auch eine mentholfreie Zahnpasta benutzen.
  • Kein Metall-Löffel: Geben Sie Ihre Arznei direkt auf die Zunge, oder verwenden Sie einen Plastiklöffel.
  • Aufbewahrung: Bewahren Sie Ihre Arzneien trocken, kühl und dunkel auf.


Fragen und Antworten zur Homöopathie

Ist es möglich, mehrere homöopathische Mittel gleichzeitig einzunehmen?

Am optimalsten ist es, wenn nur ein homöopathisches Mittel dargereicht wird. Da es jedoch sein kann, dass für ein auftretendes Symptom mehrere Mittel passen, können auch zwei bis drei Mittel eingenommen werden. Hierbei empfiehlt sich zwischen den Gaben der einzelnen Mittel ein zeitlicher Abstand von 15 bis 30 Minuten.

Mit welcher Reaktion ist nach der Einnahme eines homöopathischen Mittels zu rechnen?

Hilft das eingenommene homöopathische Mittel, so tritt sowohl eine körperliche als auch psychische Besserung ein. Möglicherweise kann es nach der Einnahme eines Mittels zunächst zu einer Verschlimmerung der Krankheitssymptome kommen. Diese so genannte Erstreaktion ist nur von kurzer Dauer und ungefährlich. Vielmehr ist es als positiv zu betrachten, da dies ein Zeichen dafür ist, dass die körpereigenen Abwehrkräfte angeregt werden. Bis zur nächste Gabe eines Mittels sollte gewartet werden, bis die Erstreaktion nachgelassen hat. Danach tritt eine allgemeine Verbesserung ein und die aufgetretenen Krankheitssymptome verschwinden. Für gewöhnlich gilt: Umso akuter und heftiger die Beschwerden, desto schneller hilft das Mittel. Ist der Zustand hingegen schon länger andauernd und erscheint unbedenklich, dauert es in der Regel länger, ehe das homöopathische Mittel wirkt und den entsprechenden Zustand verbessert.

Zeigt die Anwendung eines Mittels keinerlei Wirkung, war dieses nicht die richtige Wahl. Dementsprechend sollten die auftretenden Krankheitssymptome nochmals überprüft und mit dem gegebenen Mittel abgeglichen werden. Möglicherweise ist ein anderes Mittel passender. Wirkt das Mittel zu Beginn der Einnahme, später aber nicht mehr, sollten ebenfalls die Symptome ebenfalls überprüft werden. Es kann vorkommen, dass sich diese während der Behandlung ändern und somit ein anderes Mittel eingesetzt werden muss.

Was passiert, wenn ein falsches homöopathisches Mittel eingenommen wurde?

Die Gabe des falschen Mittels schadet nicht, wird aber auch nicht helfen. Auch hier gilt: Die Symptome erneut überprüfen, vielleicht ist ein anderes Mittel passender.

Können auch Kinder und Schwangere mit homöopathischen Mittel behandelt werden?

Säuglinge, Kleinkinder und Kinder können mit einem empfohlenen Mittel behandelt werden. Dabei ist allerdings auf die richtige Dosierung zu achten. Außerdem sollten aufgrund des Alkoholgehalts keine Tropfen gegeben werden. Vielmehr empfehlen sich bei dieser Altersgruppe die auf Zuckerbasis hergestellten Globuli.
Aus Sicherheitsgründen sollten Schwangere vor der Einnahme homöopathischer Mittel Rücksprache mit einem Arzt oder Homöopathen halten.

Wann empfiehlt es sich, einen Homöopathen aufzusuchen?

In folgenden Fällen empfiehlt es sich, einen Homöopathen zu konsultieren:
bei sehr akuten oder ungewöhnlichen Krankheitssymptomen
wenn bestehende Krankheitssymptome nicht besser werden oder sich gar verschlechtern
bei chronischen oder wiederholt auftretenden Krankheiten sowie bei Krankheiten, die über einen längeren Zeitraum hinweg bestehen

Wie schnell ist mit einer Wirkung zu rechnen?

Die Wirkung eines homöopathischen Mittels hängt von unterschiedlichen Faktoren ab, zum Beispiel ob die Symptome schon länger bestehen oder erst kürzlich aufgetreten sind, ob akute oder chronische Beschwerden vorliegen. Grundsätzlich gilt jedoch die Faustregel: Je akuter die Beschwerden, desto schneller wirkt das Mittel. Sind die Beschwerden hingegen schon länger andauernd und scheinen eher unbedenklich, kann es einige Zeit dauern, ehe die gewünschte Wirkung eintritt.

Für wen eignet sich die Homöopathie?

Grundsätzlich eignen sich homöopathische Mittel für alle Altersgruppen, egal ob Säugling, Kleinkind oder Personen im höheren Alter. Wichtig ist, eine an das Alter angepasste Dosierung zu geben. Im Übrigen können selbst Haustiere bei Beschwerden homöopathisch behandelt werden.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Grundsätzlich treten in der Homöopathie keine Nebenwirkungen auf. Häufig betrachten Homöopathen die vorübergehende Verstärkung der Krankheitssymptome (Erstreaktion) nach der Einnahme eines Mittels als Nebenwirkung, obwohl diese Erstverschlimmerung vielmehr ein Hinweis auf die Gabe des passenden und richtigen Mittels ist.

Kann man Schulmedizin und Homöopathie kombinieren?

Ja; in manchen Fällen ist das am Beginn der homöopathischen Therapie oft sogar nötig (z.B. bei Bluthochdruck oder Depressionen); sobald eine Stabilisierung durch das richtige homöopathische Arzneimittel erreicht ist, kann dann nach Rücksprache unter Umständen eine Reduktion der Medikamente begonnen werden. Ziel der Behandlung in den meisten Fällen ist ein stabiler Gesundheitszustand ohne Medikamente und früher oder später auch ohne homöopathische Arzneien.

Generell ist darauf zu achten, sich gesund zu ernähren und Unruhe, Lärm oder Stress zu vermeiden. Auch operative Eingriffe, ärztliche Maßnahmen, starke Medikamente oder Zahnbehandlungen können homöopathische Mittel in ihrer Wirkung beeinflussen. Allerdings haben notwendige medizinische Eingriffe Vorrang und sollten entsprechend auch durchgeführt werden.